Kontakte. Von Studenten* und Schauspielern*.

Ich habe Dir ja schon davon erzählt, dass ich letztes Jahr das große Glück hatte, zwei Studenten* kennezulernen, die sich an einer Universität dem täglichen Kampf von Drehbuchschreiberei, Kamera und Schnittprogramm fröhnen und sich die tollsten Projekte aus den Ärmeln schütteln.

Eins muss man den beiden schon lassen – ich kann mich, auch wenn wir nur sporadisch Kontakt haben – zu 100% auf sie verlassen und das finde ich so großartig daran!

Solche Kontakte sind goldwert. Ein Anruf, eine Idee austauschen, beide Seiten sind sofort Feuer und Flamme und unterstützen sich dabei, das Projekt umzusetzen.

EIN NEUES ZITAT

Erst vor Kurzem hatte die ich Gelegenheit, mit einer Studentin einen Kurzfilm zu drehen und sie hat so wundervolle Maskenbildner-Arbeit geleistet, dass mir die Leiche so real vorkam, als wäre sie tatsächlich in meiner Wohnung gestorben. Irgendwie auch gruselig, oder?

Ebenfalls gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit der wundervollen Marleen. (Checkt sie gerne mal hier aus!) Wir haben uns wiedergesehen und gemeinsam gefrühstückt und plötzlich stand fest: Wir machen was zusammen. Einen Kurzfilm. Einen wirklich witzigen Kurzfilm. Noch ist das Thema nicht in Stein gemeißelt, aber ich freue mich schon jetzt auf die kommenden Dreharbeiten mit dieser unglaublich talentierten Schauspielerin! Ich sitze gerade an einem Drehbuch für sie und freue mich auf alles Weitere, was noch kommt.

Du wirst es schon sehen – ich werde davon berichten.

~TOBIAS

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Wie man ein Hörspiel macht.

Als wir 2019 unser Theaterstück „Die Tür klemmt!“ gestartet haben, wusste ich noch gar nicht, dass mich der Weg auf eine weitere Reise in ein neues Medium führen sollte und noch besser: Dass ich im Sommer 2019 Dialogregie bei der Hörspielfassung desselben Theaterstücks führen durfte.

Verrückt, oder? Aber lass mich von vorne anfangen: Nachdem das Theaterstück fertig geschrieben und wir mit den Proben angefangen haben, hatte ich eines Abends die glorreiche Idee, das Stück als Hörspiel aufzunehmen. Und genau das habe ich getan. Wir hatten uns mit allen Darstellern, die auch im Theaterstück auftauchen sollten flugs auf einen Aufnahmetermin geeinigt und rasch ein Tonstudio klar gemacht. Doch nur drei Tage vor Beginn der Aufzeichnung überraschte mich ein blaues Wunder.

Die Schauspielerin, die die Rolle der Molly übernehmen sollte, war über den Recording-Zeitraum plötzlich nach Zürich verreist, ein terminliches Desaster. Glücklicherweise kannte ich von einem Kurzfilmdreh, der nur zwei Wochen vorher stattgefunden hatte, einen wirklich sehr sympatischen Schauspieler (checkt ihn mal aus), der mir eine Sprecherin vermittelte. Zwei Anrufe später war sie mit an Bord (checkt auch sie mal hier aus) und ich ein glücklicher Dialogregisseur.

Die Aufnahmen konnten als starten an einem regnerischen Samstag im Herzen von Bergisch Gladbach. Wir haben viel recorded, neu angefangen, Takes aufgenommen und einen wirklich tollen Tag gehabt, der in ermüdender Postproduktion endete.

Ich habe das Hörspiel selbst gemastert, aufgenommen und ans Presswerk geschickt. Umso größer war meine Freude, als ich die CDs endlich in der Hand halten konnte und noch besser: Das Hörspiel sogar auf Spotify verfügbar war!

Entgegen meiner Erwartungen haben an den Aufführungstagen selbst nur sehr wenige Leute das Hörspiel gekauft, allerdings habe ich mir mit ebendiesem einen langjährigen Traum erfüllt. Ich möchte ihn heute mit euch teilen.

~TOBIAS

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Wenn alles schiefgeht, geht alles schief.

Anfang 2019 haben wir uns in eine andere Stadt gewagt, um dort mit jemand Fremden gemeinsam einen Kurzfilm an den Start zu bringen. Die Idee: Als Erste Aufnahmeleitung und Organisator das Projekt mit unterstützen…

Und im Nachhinein kann ich sagen, dass wirklich alles schiefgegangen ist, was nur hätte schiefgehen können. Angefangen beim Catering am Set, bis hin zu den Automieten und dem völlig überworfenen Drehplänen. Wie Murphy es schon gesagt hat:

Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

MURPHYS GESETZ

Am 03. Oktober 2019 sind wir nach Berlin geflogen und am selbigen Abend wieder zurückgereist, nur um an einer Drehbesprechung teilzunehmen. Rückwirkend eine wahnwitzige und wirklich dumme Idee. Wir haben den Kameramann, die Set-Aufnahmeleitung, den Regisseur und noch ein paar weitere Kollegen der Film-Crew kennengelernt und uns kurz über das Projekt unterhalten. Die Betonung liegt hierbei ausdrücklich auf: kurz. Denn wirklich viel herumgekommen ist dabei nichts.

Notiz und erstes Lernziel an dieser Stelle für mich: Habe immer ein paar Punkte und ToDos, mit denen Du aus einem Meeting herausgehst. Ansonsten kannst Du es dir nämlich wirklich sparen, mit Menschen Zeit zu vergeuden.

Mit der Zeit entwickelte sich der Dreh zur organisatorischen und menschlichen Vollkatastrophe. Ich erinnere mich an eine schlaflose Nacht, in welcher wir drei Stunden mit der Set-Aufnahmeleitung am Telefon gestritten haben, da sich an diesem Filmset Studenten, erfolglose Filmemacher, unerfahrene Filmproduzenten und Misepeter nur so tummelten. Letzlich hieß es für die Filmcrew in Berlin: Jeden Abend Krisensitzung. Für uns beide aus Köln hießt es als Konsequenz daraus, immer erreichbar zu sein und alle Fehler ad hoc zu beheben. Dabei kann ich natürlich nur von mir sprechen. Ich habe vieles schlichtweg vergessen zu organisieren, nicht reflektiert oder darüber nachgedacht, sondern immer nur den fertigen Kurzfilm im Blick gehabt – ein folgenschwerer Fehler, wie sich herausgestellt hat. Ebenfalls fiel die Kommunikation mit den Berliner Kollegen mehr schlecht als recht aus.

Notiz und zweites Lernziel an dieser Stelle für mich: Arbeite nie, aber auch wirklich nie mit Leuten zusammen, die du nicht gut kennst und denen du nicht (zumindest) zu 100% Vertrauen schenkst.

Und schließlich das dritte Lernziel: Teile Aufgaben und ToDos auf und mache Dir stets klar, wer welche Aufgabe und welchem Zeitraum zu übernehmen und erledigen hat.

Die zwei Drehwochen waren ein wahrer Kraftakt für mich, wie auch für meinen Bruder und das, obwohl wir gar nicht vor Ort waren. Nach dieser Zeit haben wir das Projekt schließlich verlassen. Was aus dem Kurzfilm geworden ist, kann ich bis heute nicht sagen. Aber was ich auf jedenfall weiß: Wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich um viele Erfahrungen und Wissen ärmer gewesen.

~TOBIAS

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Studenten-Netzwerk.

Die Reise zum ersten Kurzfilm hat erst 2019 so richtig angefangen. Im Sommer 2019 hatte ich durch eine mehr oder weniger zufällige Begegnung die Möglichkeit, mich mit Filmstudenten zu vernetzen und mein Filmnetzwerk auszubauen.

Eine traumhafte Möglichkeit, sag ich Dir! Ich habe mich mit einem Jungregisseur zusammengesetzt, der mehr oder weniger genau die Richtung in seiner Karriere eingeschlagen hatte, die ich ebenfalls beschreiten will. In einem mehr oder weniger billigen Backhaus trafen wir uns das erste Mal zum reden und schnell stand fest: Wir machen was zusammen. Drei Monate später habe ich das erste Mal in meinem Leben an einem richtigen Filmset gearbeitet und mich für das Lighting Department mit verantwortlich gezeichnet. Mein Bruder und ich haben diesen ersten Kurzfilm mitproduziert und seitdem bis zum Ende begleitet.

Seitdem hat sich viel getan: Durch den Kontakt zu einer Vielzahl von filmschaffenden Studenten ist mein Netzwerk rapide gewachsen. Die Kontakte haben sich – und das aus reinem Zufall! Er kommt eben, wann immer man ihn braucht – als goldwert erwiesen. Gemeinsam haben wir das ein oder andere Projekt vorangetrieben und uns gegenseitig unterstützt, sei es bei der Locationfindung oder der Zusammenstellung des Casts. Ich habe die Arbeit bisher als sehr angenehm empfunden, auch, da wir im ständigen kreativen Austausch sind – etwas, was mir wirklich weiterhilft und mich motiviert, meine eigenen Projekte voranzutreiben.

Es kommt eben immer so, wie es sein soll.

~TOBIAS

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Kurzarbeit!

Auch wenn sie im Grunde etwas schlechtes ist, habe ich die Corona-Krise immer mehr als Chance, denn als Fluch wahrgenommen, denn eines hat sie uns allen gleichermaßen geschenkt: Zeit. Zeit, über uns selbst nachzudenken und vielleicht hier und da ein paar Stellschrauben im Leben neu zu justieren. Und ich würde sagen, dass ich genau das getan habe. Von April bis Mai hatte ich die großartige Gelegenheit, ein paar meiner eigenen Projekte neben meinem Hauptjob als Assistent der Redaktionsleitung anzufassen – und was soll ich sagen?

Es ist wirklich viel passiert. Ich habe schon vor einigen Jahren eine spirituelle, aber dennoch (wie ich finde) großartige Idee für eine längere Geschichte in meinem Kopf erträumt und damit angefangen, sie in diesen zwei Monaten, niederzuschreiben. Mein erklärtes Ziel ist, den ersten Rohentwurf bis Ende September fertigzustellen und mich dann an die erste Überarbeitung zu begeben.

Eine weitere Chance für mich innerhalb dieser Zeit war die Möglichkeit, dass ich noch mehr über Storytelling und dramaturgischen Aufbau von Geschichten lernen konnte – denn immerhin hatte ich Zeit ohne Ende. Darüber hinaus erwuchsen mit jedem Tag neue Ideen für Konzepte in meinem Kopf, die ich auch ausreichend ausformulieren und niederschreiben konnte. Es ist wirklich erstaunlich, was alles passiert, wenn man plötzlich die Zeit für sich findet, ebensolche Dinge anzupacken. Aus einer unzähligen Anzahl von zerrissenem Schmierpapier und hohem Kugelschreiberverbrauch habe ich meine erste Story niedergeschrieben und an einer Magnettafel vorsortiert. Noch so etwas, was ich dazugelernt habe. Noch Ende letzten Jahres hatte ich nicht mehr als ein müdes Lächeln für die Leute übrig, die ihre Geschichten mit Karteikarten sortieren und strukturieren, bis ich selbst die Erfahrung gemacht habe, wozu so etwas doch auch mal gut sein kann.

Verrückt, oder?

Müsste ich eine kreative Kurzbilanz der Kurzarbeitszeit ziehen, fiele sie definitv positiv aus und ich habe so im Gefühl, dass mich diese Zeit einen ganzen Schritt näher gebracht hat zum Serienchef meiner eigenen Fernsehserie. Ich bin gespannt, wo es mich hintreibt.

~TOBIAS

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Vom Theater zum Film.

Wir beide haben schon lange darüber gesprochen, dass mein Weg zum Fernsehen einen kleinen Umweg über die Bühne gemacht hat. Bis heute habe ich Dir aber verschwiegen, woran genau das lag und wie sich diese Situation überhaupt erst ergeben hat.

Ich meine – wer geht überhaupt ins Theater, wenn er Film- & Fernsehen sowieso interessanter findet? Eine berechtigte Frage, das stimmt. Also lass mich wieder ganz von vorne anfangen.

Mein Bruder und ich haben irgendwann angefangen, uns für die Unterhaltungsbranche zu interessieren. Als es also darum ging, unser Abitur zu finanzieren, haben wir das einzige gemacht, was vielleicht sogar jedem von uns einfallen würde: Ein (mehr schlechtes als rechtes) Schul-Theaterstück auf die Beine stellen und damit Gelder generieren. Ich glaube, wir haben immer schon wirtschaftlich gedacht. Gesagt, getan: Fast ein Monat später gab es interessierte Leute aus unserer Stufe, die sich durchaus vorstellen konnten, mitzumachen. Noch einmal vier Wochen später gab es ein konzipiertes Theaterstück und 750,00€ Produktionsbudget, was wir über verschiedene lokale Unternehmen erbeten konnten.

Das Thema des Stücks umkreiste wie eine Filmspule den Videorekorder das Thema Filmgeschichte. Schon verrückt, oder? Auf der Bühne etwas über den Film zu erzählen…

Wir haben ein Jahr für die Aufführung geprobt. Jeden Sonntag haben wir uns getroffen, Texte gelernt, realisiert, choreografiert, getanzt, gesungen, gespielt und gelacht, bis das Stück aufführbereit war. In dieser Zeit ist meine Faszination für das Theater gestiegen und hat sich in mir manifestiert. In diesem Jahr habe ich das erste Mal darüber nachgedacht, mein Leben lang auf der Bühne zu arbeiten. Daher war die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik – obwohl sie tatsächlich ja nur eine Notlösung war – dann doch keine schlechte Idee, und wie bereits erwähnt, profitiere ich ja noch immer von meinem in den drei Jahren angesammelten Wissen.

Wissen hat ja bekanntlich noch niemandem geschadet.

Ist doch so, oder?

In dieser Zeit ist der Wunsch, etwas mit Kamera und Regie zu machen in mir geschrumpft, was aber auch nicht zuletzt an dem Alltags-Trott der Arbeit und dem Lernen für die Berufsschule lag. Ich glaube generell, dass ein sogenanntes geregeltes Arbeitsleben Kreativität und ambitionierte Träume hinterrücks töten kann. In dieser drei Jahren ist mein Schreibvolumen pro Jahr auch praktisch auf Null gesunken. Erst mit der Arbeit beim Fernsehen ist es wiedererwacht, wofür ich sehr dankbar bin.

Nach meiner Ausbildung habe ich dann schließlich wieder angefangen, mich für den Film zu interessieren, was nicht zuletzt daran lag, dass ich durch Zufall an zwei Kurzfilm-Sets arbeiten durfte und mein Bruder mit ständig von seiner Arbeit beim Fernsehen erzählt hat – ein Traum! Wie ich dachte.

Keine drei Monate später habe ich also meine Koffer gepackt und bin in eine andere Branche eingezogen. Bis heute macht mir die Arbeit beim Fernsehen sehr viel Spaß, auch wenn es Tage gibt, an denen ich mir manchmal wirklich wünsche, woanders zu sein.

Aber diese Tagen kommen nicht heute. Und auch nicht morgen.

~TOBIAS

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Der Neuling.

Es gehört viel Mut dazu, als Quereinsteiger die Branche zu wechseln und in einem Bereich anzufangen, von dem man wirklich überhaupt keine Ahnung hat.

So ungefähr kannst Du es dir vorstellen, als ich bei der Fernsehproduktionsfirma in Köln angefangen habe. Ich komme ja ursprünglich aus der Event-Branche (von hinter der Bühne) und habe beim Vorstellungsgespräch ganz naiv erzählt, dass es mir mit der Festanstellung ernst ist und ich die Büroarbeit hinbekomme.

Tatsächlich war es für mich mehr Umgewöhnung, als ich von vorneherein vermutet hatte. Die Abläufe beim Fernsehen waren ganz anders, als ich sie aus der Eventbranche kannte. Der Zeitdruck ist hoch. Der Leistungsdruck ebenfalls. Und hin und wieder gibt es Personen, mit denen ist alles andere als gut Kirschen essen. Aber – sind wir mal ehrlich – die gibt es doch überall, oder?

Manchmal kommt man in einen Raum, sieht eine Person und weiß einfach: „Mit uns beiden wird es wirklich schwierig.“

DAS IST MEIN EINDRUCK

Mein Start in der Redaktion und generell in der Produktionsfirma hätte aber schöner nicht sein können. Jeder hat mich Willkommen geheißen und ich habe bis heute tolle Kollegen. In der Fernsehwelt habe ich das erste Mal den Beruf des „Executive Producers“ kennengelernt, denn ich bin bis heute direkt einer unterstellt. Bei Reportagen, Magazinbeiträgen und Scripted TV sind es ebendiese, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen, die Recherche vorantreiben und dafür verantwortlich sind, dass das gedrehte Material in eine spannende Geschichte verpackt wird.

Ein hochverantwortungsvoller Job – so sieht es zumindest in der Zeit aus, in der ich meiner Chefin versuche zu assistieren, was zugegebermaßen an manchen Tagen ein Kraftakt ist. Eine Sache habe ich beim Fernsehen nämlich noch gelernt: Man braucht ein dickes Fell und eine Meinung.

Die zweite Jahreshälfte wird anstrengend werden, da die Dreharbeiten für ein eng getaktetes, neues Format angelaufen sind. Ich bin gespannt, ob ich diesen Aufgaben tatsächlich gewachsen bin und werden davon berichten.

~TOBIAS

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Kleinkunst… Die (k)einen interessiert.

2019 habe ich gemeinsam mit meinem Bruder beschlossen, unseren Workshop-Kurs um ein paar Grad zu drehen und die Segel in Richtung Kleinkunst zu setzen. Also entschieden wir uns nach einigem Hin- und Herüberlegen, dass es vielleicht eine gute Idee sei, ein Theaterstück aufzuführen.

Schon ein paar Monate zuvor geisterte eine Idee in meinem Kopf herum, die eine Tür als ihren zentralen Mittelpunkt hatte. Zwei Personen, die sich nicht trauen, durch eine verschlossene Tür hindurchzuschreiten. Schnell wurde daraus eine mysteriöse Kriminalgeschichte, die ich in den Monaten von November 2018 bis Februar 2019 aufschrieb. Meine erste größere Erfahrung mit dramaturgischem Schreiben und Dialogausarbeitung. Ich habe mich dazu entschlossen das Stück als 2-Akter zu konzipieren mit jeweils 12 Szenen, Sogleich ging es an die Darstellersuche. Durch unsere begrenzten Mittel und Erfahrungen habe ich die beiden Rollen mit meinem Bruder und einer sehr guten Freundin besetzt – die Tochter von meiner damaligen Gesangslehrerin.

Was ich im Nachhinein nicht bedacht hatte war, neben dem immens hohen Aufwand, das Bühnenbild zusammenzutrommeln, auch die Abschätzung der Länge des Stücks. Es stellte sich nämlich heraus, dass der zweite Teil im Vergleich zum ersten Teil des Stücks durch viele handlungsbetonte Szenen etwa die Hälfte an Zeit eingebüßt hatte. Als es in die Vorstellungen ging, kam es mir schon fast wie der Verrat am Publikum vor (den habe ich mir natürlich nicht anmerken lassen). Also Notiz an mich: Vorstoppzeiten sind lebenswichtig, auch wenn einem die Fülle an Seitenzahlen etwas anderes vorzugaukeln versucht.

Das Bühnenbild von „Die Tür klemmt!“

Insgesamt habe ich viel aus der Theateraufführung mitnehmen können, nicht nur was logistische Planung und kreative Regiearbeit angeht, sondern auch wie ich meine Fähigkeiten und Fertigkeiten als Fachkraft für Veranstaltungstechnik mit dem kreativen Aspekt verbinden kann. Bei der Finanzierung des Projektes hatten wir tolle Unterstützung von der Kulturreferentin der Stadt Bergisch Gladbach, der ich bis heute dankbar dafür bin.

Die Premiere war auch tatsächlich ausverkauft, wohingegen die anderen beiden Spieltage eher mäßig besetzt waren – was ich aber nicht zuletzt auf unseren geringen Bekanntheitsgrad zurückführen möchte. Mein kleiner Exkurs ins Theater ist an dieser Stelle erst einmal beendet, aber ich denke, dass es in Zukunft noch mehr von mir auf der Bühne zu sehen geben wird.

Ich für meinen Teil bin jedenfall sehr gespannt…

~TOBIAS

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Das Theaterstück ist übrigens auch bei meinem Label Miltons Audiohouse erschienen und kann hier erworben werden. Viel Spaß damit :-).

Viele Wege führen nach Rom.

In der zehnten Klasse wird man vom System gezwungen ein sogenanntes Pflichtpraktikum durchzuführen. Da führt absolut kein einziger Weg dran vorbei. Ich habe lange nach einer Idee gesucht, in welchem Bereich es sich lohnen könnte, reinzuschauen und bin relativ schnell auf das Berufsfeld des „Mediengestalters Bild und Ton“ gestoßen. Als Konsequenz ergab sich ein Bewerbungsmarathon für verschiedene Firmen und Institutionen, alle erfolglos.

Durch Zufall (und die Aufmerksamkeit meines Vaters) hat es sich ergeben, dass in meiner Heimatstadt Bergisch Gladbach in einer kleinen Lokalnachrichten-Produktionsfirma ein Platz frei wurde. Innerhalb der Woche habe ich mich sehr viel im Bereich der Postproduktion aufgehalten. Auch sonst war das Praktikum kein besonders ergiebiger Ort, um etwas zu lernen – dazu war die Firma leider eher ungeeignet, was ich im Nachhinein unter anderem an fehlendem professionellem Equipment und fehlender Liebe fürs Detail festmache, und das obwohl das Unternehmen – als lokaler Verein organisiert – innerhalb der Stadtpolitik doch recht tief verwurzelt ist, wie ich im Nachgang durch das Kulturbüro lernen durfte. Man sollte also meinen, dass es der Firma an nichts mangeln sollte; das war leider nicht der Fall.

Es gab jedoch einen kleinen positiven Moment innerhalb der Praktikums. Wir sind zu einem Pressetermin nach Troisdorf-Spich gefahren, um einen Beitrag für die aktuelle Deutschlandtour von „Grease – The Musical“ zu drehen. Das komplette Cast hat exklusiv für die Presse ein paar Szenen gespielt und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir nicht gefallen hat, was ich an diesem Tag gesehen habe. Ein ungekanntes Berufsziel zeigte sich mir an diesem Tag vor meinen Augen. Das war der Moment, wo ich die Option in Betracht zog, selbst etwas im Musical-/Theaterbereich zu machen.

Rückblickend betrachtet wird dieser Tag auch derjenige gewesen sein, der mich in meiner Wahl der Berufsausbildung nachhaltig und am stärksten geprägt hat, denn ich habe ja nach meinem Abitur – wie bereits erwähnt – eine Ausbildung zur „Fachkraft für Veranstaltungstechnik“ angefangen, um eben diesem Musical- und Theaterphänomen im Backstage nahe sein zu können. Dieser Pressebesuch erklärt darüber hinaus auch meine weiteren Wege innerhalb der darstellenden Kunst. Ich habe noch während meines letzten Jahres in der Ausbildung angefangen mit Gesangsunterricht und dort stetig, mich auf eine eventuelle Aufnahmeprüfung nach Abschluss der Berufsausbildung vorzubereiten. Der Gesangsunterricht war übrigens derjenige, der mich von allen Disziplinen am meisten geprägt hat. Ich hatte eine wirklich wunderbare, zielstrebige und einfülsame Lehrerin, wie man sie sich nur wünschen kann. Wer mag, kann hier mehr über sie erfahren. Ebenso habe ich in Ballettkurse reingeschnuppert und Schauspielunterricht besucht…

…bis ich gemerkt habe, dass ich mit all dem großartigen Zeug nichts anfangen kann. Ich weiß auch nicht, aber so rückblickend betrachtet: Ich habe mich schwer mit dem Üben und Auswendiglernen getan – gedanklich war ich glaube ich schon zu weitreichend in der Arbeitswelt verankert, um mich an die Vorstellung zu gewöhnen, vielleicht doch für eine Aufnahmeprüfung vorzusprechen, was eben auch bedeutet: Üben, üben, üben.

Also starb dieser kleine Traumausflug an meiner eigenen Lethargie. Nichtsdestotrotz bin ich nach wie vor eingefleischter Theaterfan und Liebhaber der Bühnenkunst. Insbesondere Kammertheaterstücke und Kleinkunstperformance liegt mir, was auch nicht zuletzt aus Produzentensicht darauf zurückzuführen ist, dass laufende Kosten in der Kleinproduktion ja tatsächlich so herrlich niedrig sind. Meinen Traum von einem eigenen Theaterstück habe ich mir 2019 dann schließlich doch noch erfüllt. Ich stand zwar nicht selbst auf der Bühne, aber hatte die Gelegenheit als Autor, Regisseur und technischer Leiter die komplette Produktion eigenverantwortlich durchzuführen. Im nächsten Beitrag erfährst du mehr dazu.

~TOBIAS

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Der Abstecher auf die Bühne.

Mein Abstecher zur Bühne ist eine kleine Kuriosität mit zwei wundervollen Begegnungen. Im Sommer 2016 haben mein Bruder und ich nach unserem Ausflug in die Schultheaterwelt und dem Besuch eines Musicalworkshops beschlossen, ebenselbiges eine Nummer größer zu wagen. Dazu hat David eine Email an die Stadtverwaltung geschrieben, in der er um Hilfe bat bei der Umsetzung eines Musicalworkshops.

Wir hatten schon beinahe die Hoffnung aufgegeben, da ertönte einige Wochen später ein Nachrichtensignal in seiner Postbox: Das Jugendamt hatte geschrieben. Nach einem kurzen Treffen mit einer Mitarbeiterin des Jugendamtes (eine Seele von Mensch!), haben wir beschlossen: Wir ziehen das mit dem Workshop durch! Es dauerte nicht lange, da hatten wir auch schon das nötige Geld durch eine Fördermaßnahme zusammen, die nötige Location in der Stadt Bergisch Gladbach gefunden. Die Planungen konnten beginnen. Wir schrieben ein Stück, komponierten die Lieder selbst. Letzteres war eher eine Sparmaßnahme, denn ein Ausflug in die Welt der professionellen Komponisten – du kannst dir ja gar nicht vorstellen, wie sündhaft teuer GEMA-Gebühren sind. Und wenn du darüber hinaus noch Noten für jeden Teilnehmenden kaufen musst – quasi unbezahlbar für Anfänger wie uns. Mit einem Budget von etwa 3000,00€ machten wir uns also an die Teilnehmerakquise. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich gut in so etwas bin. Wir haben ein bisschen in der Nachbarschaft rumgefragt und Werbung an Schulen gemacht.

Kurz vor den Sommerferien stand aber dann tatsächlich eine kleine Gruppe von 14 Teilnehmenden fest, die bereit waren, sich unserem Experiment hinzugeben. So begann meine erste erfolgreiche Kundenakquise. Mit zwei begeisterten Freundinnen, die in der Woche Schauspiel und Gesang unterrichten sollten und einem Keyboard als Rüstzeug fingen wir an. David und ich waren für die Organisation, Abrechnung und für das Fach Tanz zuständig. Außerdem habe ich noch dafür gesorgt, dass die komponierten Songs auf dem Klavier hörbar wurden. Mit meinen Kenntnissen in der Veranstaltungstechnik habe ich das Stück technisch in Szene gesetzt, was bedeutet, dass ich sowohl Licht gesetzt, als auch alle möglichen Tonquellen entsprechend verdrahtet habe – eine entspannte Nebentätigkeit während der ganzen Woche, zumal ich gleichzeitig noch mitten in meiner Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik war.

Mit unserem wenigen Wissen in Tanz, Gesang und Schauspiel haben wir den Kindern in der Woche, meine Erachtens zumindest, echt viel beibringen können und sind auch selbst persönlich gewachsen. Eine Sache habe ich daraus gelernt: Es ist nicht wichtig, wie tiefgreifend man etwas kann oder etwas versteht. Die Kompetenz, Expertise und Vertiefung kommt insbesondere dann, wenn man Gelerntes anderen vermittelt.

Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.

ALBERT EINSTEIN

Alles in allem hatten wir eine geile Zusammenarbeit und eine schöne Musicalwoche. Nach der Abschlussaufführung stand fest: Wir machen das ganze nochmal, aller Anfangsschwierigkeiten und Organisationshürden zum Trotz (Danke Mama für deine Hilfe!).

Diese Zeit war der Anfang einer tollen Bekanntschaft. Die Kollegin vom Jugendamt hat uns die Kulturbeauftragte der Stadt vorgestellt. Du kannst mir glauben – sie ist eine absolute Seele von Mensch und nicht mit Gold aufzuwiegen. Ein Jahr später befanden wir uns im Rahmenprogramm des Kulturrucksacks NRW und haben den Workshop – mit wechselnden Gesangsdozent*innen – insgesamt noch 4 weitere Male wiederholt. Es gab einen Umzug in eine andere Location, hier und da ein paar Konzeptionswechsel und hin und wieder auch etwas lautstarke Diskussionen. Ihr könnt mir aber glauben, ich habe es total gerne gemacht und würde es vielleicht ab nächstem Jahr sogar wiederholen. Im Jahr 2019 ist der Workshop sogar nach Olpe in einer Jugendeinrichtung expandiert – dazu an späterer Stelle mehr.

So hat mein Abstecher auf die Bühne begonnen. Er fand im Jahr 2019 seinen kurzzeitigen Höhepunkt im Oktober mit meinem eigenen Theaterstück, was wir an ebenjener Location aufgeführt haben, die der Austragungsort für den allerersten Musicalworkshop war. Ich glaube, hier werden wir noch viele Dinge spielen und aufführen.

~TOBIAS

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