Wenn alles schiefgeht, geht alles schief.

Anfang 2019 haben wir uns in eine andere Stadt gewagt, um dort mit jemand Fremden gemeinsam einen Kurzfilm an den Start zu bringen. Die Idee: Als Erste Aufnahmeleitung und Organisator das Projekt mit unterstützen…

Und im Nachhinein kann ich sagen, dass wirklich alles schiefgegangen ist, was nur hätte schiefgehen können. Angefangen beim Catering am Set, bis hin zu den Automieten und dem völlig überworfenen Drehplänen. Wie Murphy es schon gesagt hat:

Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

MURPHYS GESETZ

Am 03. Oktober 2019 sind wir nach Berlin geflogen und am selbigen Abend wieder zurückgereist, nur um an einer Drehbesprechung teilzunehmen. Rückwirkend eine wahnwitzige und wirklich dumme Idee. Wir haben den Kameramann, die Set-Aufnahmeleitung, den Regisseur und noch ein paar weitere Kollegen der Film-Crew kennengelernt und uns kurz über das Projekt unterhalten. Die Betonung liegt hierbei ausdrücklich auf: kurz. Denn wirklich viel herumgekommen ist dabei nichts.

Notiz und erstes Lernziel an dieser Stelle für mich: Habe immer ein paar Punkte und ToDos, mit denen Du aus einem Meeting herausgehst. Ansonsten kannst Du es dir nämlich wirklich sparen, mit Menschen Zeit zu vergeuden.

Mit der Zeit entwickelte sich der Dreh zur organisatorischen und menschlichen Vollkatastrophe. Ich erinnere mich an eine schlaflose Nacht, in welcher wir drei Stunden mit der Set-Aufnahmeleitung am Telefon gestritten haben, da sich an diesem Filmset Studenten, erfolglose Filmemacher, unerfahrene Filmproduzenten und Misepeter nur so tummelten. Letzlich hieß es für die Filmcrew in Berlin: Jeden Abend Krisensitzung. Für uns beide aus Köln hießt es als Konsequenz daraus, immer erreichbar zu sein und alle Fehler ad hoc zu beheben. Dabei kann ich natürlich nur von mir sprechen. Ich habe vieles schlichtweg vergessen zu organisieren, nicht reflektiert oder darüber nachgedacht, sondern immer nur den fertigen Kurzfilm im Blick gehabt – ein folgenschwerer Fehler, wie sich herausgestellt hat. Ebenfalls fiel die Kommunikation mit den Berliner Kollegen mehr schlecht als recht aus.

Notiz und zweites Lernziel an dieser Stelle für mich: Arbeite nie, aber auch wirklich nie mit Leuten zusammen, die du nicht gut kennst und denen du nicht (zumindest) zu 100% Vertrauen schenkst.

Und schließlich das dritte Lernziel: Teile Aufgaben und ToDos auf und mache Dir stets klar, wer welche Aufgabe und welchem Zeitraum zu übernehmen und erledigen hat.

Die zwei Drehwochen waren ein wahrer Kraftakt für mich, wie auch für meinen Bruder und das, obwohl wir gar nicht vor Ort waren. Nach dieser Zeit haben wir das Projekt schließlich verlassen. Was aus dem Kurzfilm geworden ist, kann ich bis heute nicht sagen. Aber was ich auf jedenfall weiß: Wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich um viele Erfahrungen und Wissen ärmer gewesen.

~TOBIAS

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Studenten-Netzwerk.

Die Reise zum ersten Kurzfilm hat erst 2019 so richtig angefangen. Im Sommer 2019 hatte ich durch eine mehr oder weniger zufällige Begegnung die Möglichkeit, mich mit Filmstudenten zu vernetzen und mein Filmnetzwerk auszubauen.

Eine traumhafte Möglichkeit, sag ich Dir! Ich habe mich mit einem Jungregisseur zusammengesetzt, der mehr oder weniger genau die Richtung in seiner Karriere eingeschlagen hatte, die ich ebenfalls beschreiten will. In einem mehr oder weniger billigen Backhaus trafen wir uns das erste Mal zum reden und schnell stand fest: Wir machen was zusammen. Drei Monate später habe ich das erste Mal in meinem Leben an einem richtigen Filmset gearbeitet und mich für das Lighting Department mit verantwortlich gezeichnet. Mein Bruder und ich haben diesen ersten Kurzfilm mitproduziert und seitdem bis zum Ende begleitet.

Seitdem hat sich viel getan: Durch den Kontakt zu einer Vielzahl von filmschaffenden Studenten ist mein Netzwerk rapide gewachsen. Die Kontakte haben sich – und das aus reinem Zufall! Er kommt eben, wann immer man ihn braucht – als goldwert erwiesen. Gemeinsam haben wir das ein oder andere Projekt vorangetrieben und uns gegenseitig unterstützt, sei es bei der Locationfindung oder der Zusammenstellung des Casts. Ich habe die Arbeit bisher als sehr angenehm empfunden, auch, da wir im ständigen kreativen Austausch sind – etwas, was mir wirklich weiterhilft und mich motiviert, meine eigenen Projekte voranzutreiben.

Es kommt eben immer so, wie es sein soll.

~TOBIAS

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